ISO 10993 und ISO 14155 2026 Aktualisierungen: Biokompatibilität und klinische GCP-Standards
ISO 10993-6:2026 und ISO 10993-7:2026 aktualisieren die Biokompatibilitätstests mit neuen Definitionen, risikobasierten Ansätzen und erweiterten Testmethoden, einschließlich Histopathologie und Ethylenoxid-Restanalyse. ISO 14155:2026 ersetzt mit sofortiger Wirkung die Version 2020 und verschärft die Anforderungen an klinische Untersuchungen, einschließlich Risikomanagement, Ausschüsse für klinische Ereignisse und Datenüberwachungsausschüsse. Hersteller und Sponsoren müssen QMS und die klinische Dokumentation entsprechend aktualisieren.
Die Aktualisierungen von ISO 10993-6, ISO 10993-7 und ISO 14155 vom April 2026 führen wichtige Änderungen für die Biokompatibilität von Medizinprodukten und klinische Prüfungen ein. Diese überarbeiteten Standards spiegeln moderne Prüfansätze, aktualisierte risikobasierte Methoden und verschärfte Anforderungen an die Gute Klinische Praxis wider. Hersteller und Sponsoren müssen die Übereinstimmung mit diesen neuen, dem Stand der Technik entsprechenden Erwartungen sicherstellen, um die regulatorischen Vorgaben in der EU und darüber hinaus zu erfüllen.
Aktualisierte Biokompatibilitätsstandards: ISO 10993-6:2026 und ISO 10993-7:2026
Die überarbeitete ISO 10993-Reihe führt verbesserte wissenschaftliche und methodische Aktualisierungen ein, um eine genauere biologische Sicherheitsbewertung von Medizinprodukten zu unterstützen.
Erweiterte Definitionen und risikobasierter Ansatz
Beide Standards enthalten aktualisierte Definitionen, die an den aktuellen regulatorischen Erwartungen und wissenschaftlichen Erkenntnissen ausgerichtet sind. Ein stärkerer Schwerpunkt liegt auf der risikobasierten Bewertung, einschließlich:
Patientenzentrierte zulässige Grenzwerte
Strukturierte Methoden zur Risikobewertung
Verbesserte Begründung biologischer Sicherheitsschwellenwerte
Dies gewährleistet klinisch relevantere Biokompatibilitätsbewertungen.
Neue und erweiterte Testmethoden
ISO 10993-6:2026 stellt neue und verfeinerte Ansätze zur Bewertung lokaler Auswirkungen nach der Implantation vor, darunter:
Neuer Anhang E zur Untersuchung peripheren Nervengewebes
Erweiterte Leitlinien in Anhang G zur histopathologischen Beurteilung
Diese Ergänzungen unterstützen eine präzisere und relevantere Beurteilung der Gewebereaktionen.
Aktualisierte Leitlinien zu Ethylenoxidrückständen
ISO 10993-7:2026 konzentriert sich auf die Verbesserung der Sicherheitsbewertung von Sterilisationsrückständen, insbesondere Ethylenoxid (EO). Zu den wichtigsten Verbesserungen gehören:
Erweiterte Leitlinien in Anhang F und G zur Bestimmung von EO-Rückständen
Aktualisierte Methoden zur Expositionsbewertung
Verbesserte Abstimmung mit modernen Analysetechniken
Diese Aktualisierungen stärken die Bewertung der Patientensicherheit für sterilisierte Medizinprodukte.
Regulatorische Relevanz und State-of-the-Art-Erwartung
Obwohl diese ISO-Aktualisierungen noch nicht offiziell in der Liste der anerkannten Normen der FDA enthalten sind, wird mit ihrer baldigen Anerkennung gerechnet. Daher sollten sie in regulatorischen Einreichungen und Biokompatibilitätsbewertungen bereits als Stand der Technik betrachtet werden.
ISO 14155:2026 – Aktualisierung zu klinischen Prüfungen und der Guten Klinischen Praxis
Die vierte Ausgabe von ISO 14155 ersetzt ISO 14155:2020 und führt unmittelbare Anwendungsanforderungen ohne Übergangsfrist ein. Daher ist eine rechtzeitige Umsetzung für Sponsoren und klinische Prüfer unerlässlich.
Verstärkte Anforderungen an das Risikomanagement
Der aktualisierte Standard führt einen strukturierteren Ansatz für das klinische Risikomanagement ein, indem er zwischen Folgendem unterscheidet:
Risiken im Zusammenhang mit der Verwendung des Produkts, einschließlich Restrisiken, bewertet anhand des Studiendesigns und der Studienpopulation
Risiken, die sich aus nicht routinemäßigen klinischen Verfahren ergeben, die im klinischen Prüfplan vorgesehen sind
Die zweite Kategorie erfordert nun einen deskriptiven Ansatz zur Risikobewertung, was die Konsistenz der Bewertung verbessert.
Clinical Event Committees (CEC)
Es wird ein spezieller Rahmen für Clinical Event Committees (CEC) eingeführt. Diese von Sponsoren eingerichteten unabhängigen Expertengremien gewährleisten:
Konsistente Ereignisklassifizierung über alle Prüfzentren hinweg
Objektive Bewertung der klinischen Ergebnisse
Verbesserte Datenintegrität in multizentrischen Studien
Data Monitoring Committees (DMC)
Sponsoren müssen nun die DMC-Verantwortlichkeiten offiziell dokumentieren, einschließlich:
Kriterien für eine Aussetzung oder einen Abbruch der Studie
Überwachung der Patientensicherheit während der Prüfung
Transparente Entscheidungsprozesse
Dies stärkt die allgemeine Studien-Governance.
Verbesserungen beim Design klinischer Prüfungen
Ein neuer informativer Anhang K bietet Leitlinien zum Studiendesign und verweist auf:
FDA-Leitlinien
Erwartungen der MHRA
statistische Grundsätze nach ICH E9(R1)
Dies unterstützt ein robusteres und international abgestimmtes Design klinischer Prüfungen.
Klarstellungen zur Meldung unerwünschter Ereignisse
Der aktualisierte Standard klärt die Verantwortlichkeiten des Sponsors für:
Verfahren zur Erfassung unerwünschter Ereignisse (AE)
Meldewege und -fristen
eine konsistente Klassifizierung klinischer Ereignisse
Dies verbessert die Harmonisierung der Praktiken zur Sicherheitsberichterstattung.
Regulatorische Auswirkungen für Sponsoren und Hersteller
Die Aktualisierung von ISO 14155:2026 führt zu unmittelbaren Verpflichtungen für Sponsoren klinischer Prüfungen. Zu den wichtigsten Auswirkungen gehören:
verpflichtende Aktualisierung der QMS-Verfahren
Überarbeitung klinischer Prüfpläne (CIP)
Aktualisierungen der klinischen Prüfberichte (CIR)
verstärkte Kontrolle durch Ethikkommissionen und Behörden
Es wird erwartet, dass sich die Behörden bei der Bewertung der Einhaltung der Anforderungen an die Gute Klinische Praxis direkt auf diese Version beziehen.
Compliance-Maßnahmen für Hersteller und Sponsoren
Um sich an die Aktualisierungen von ISO 10993 und ISO 14155:2026 anzupassen, sollten Organisationen:
die Strategien zur Bewertung der Biokompatibilität unter ISO 10993-6 und -7 neu bewerten
Methoden zur toxikologischen Risikobewertung aktualisieren
Leitlinien der neuen Anhänge in Teststrategien integrieren
Verfahren für klinische Prüfungen unverzüglich auf ISO 14155:2026 umstellen
QMS-Dokumentation sowie Vorlagen für CIP und CIR aktualisieren
die Schulung klinischer und regulatorischer Teams zu den neuen Anforderungen sicherstellen
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EU-Klassifizierung und -Regulierung von Medizinprodukten (MDR/IVDR)
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