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Regulatorisches Update

EU MDCG 2025-10 Leitlinien zur Überwachung nach dem Inverkehrbringen (2025)

Die EU MDCG 2025-10 Guidance on Post-Market Surveillance of Medical Devices and In Vitro Diagnostic Medical Devices (Dezember 2025) bietet Herstellern detaillierte Interpretationen der MDR und IVDR PMS Anforderungen und erklärt, wie PMS in das Qualitätsmanagementsystem integriert werden kann (QMS). Dieser praktische Leitfaden hilft Herstellern, die Gerätesicherheit und -leistung während des gesamten Gerätelebenszyklus proaktiv zu überwachen und so stärkere und konformere PMS Systeme zu schaffen.

Veröffentlicht am:
5. Januar 2026

Die Koordinierungsgruppe für Medizinprodukte (MDCG) der Europäischen Kommission veröffentlichte am 19. Dezember 2025 MDCG 2025-10: Leitlinien zur Überwachung nach dem Inverkehrbringen (PMS). Diese Leitlinien interpretieren die PMS-Anforderungen gemäß der Verordnung (EU) 2017/745 (MDR) und der Verordnung (EU) 2017/746 (IVDR) und bieten Herstellern eine Roadmap zum Aufbau von compliance-bereiten und lebenszyklusorientierten PMS-Systemen.

Anstatt PMS als eine Reihe regulatorischer Kontrollkästchen zu behandeln, betont die Leitlinie einen proaktiven, kontinuierlichen Überwachungsansatz, der direkt mit wichtigen Qualitäts- und Risikoprozessen verknüpft ist.

Schlüsselkomponenten der PMS-Leitlinie MDCG 2025-10

PMS-Systemanforderungen

MDCG 2025-10 stellt klar, dass ein PMS-System systematisch und kontinuierlich reale Erfahrungen mit einem Produkt oder einer Produktgruppe sammeln, analysieren und darauf reagieren muss. Dies umfasst:

  • Vorgeplante Methoden zur Datenerfassung (nicht nur reaktive Quellen)

  • Definierte qualitative und quantitative Analyseansätze

  • Integration mit Vigilanz- und Risikomanagementprozessen.

PMS-Plan-Erwartungen

Jedes Produkt (oder jede Produktgruppe) muss über einen PMS-Plan verfügen, der:

  • Methoden und Datenquellen beschreibt

  • Schwellenwerte für Leistungsindikatoren definiert

  • Maßnahmen festlegt, wenn sich Trends oder Risiken ändern

  • während des gesamten Produktlebenszyklus regelmäßig aktualisiert wird

PMS-Berichterstattung und Lebenszyklusüberwachung

Die Leitlinie unterstützt etablierte regulatorische Dokumente wie:

  • Überwachungsberichte nach dem Inverkehrbringen (für Produkte mit geringerem Risiko)

  • Periodische Sicherheitsaktualisierungsberichte (PSURs) (für Produkte mit höherem Risiko)

Diese Berichte müssen in den PMS-Zyklus einfließen und eine kontinuierliche Verbesserung sowie Aktualisierungen der technischen Dokumentation und Risikoakten vorantreiben.

Integration von PMS in das Qualitätsmanagementsystem

Ein wesentlicher Schwerpunkt von MDCG 2025-10 ist die Integration der PMS in das QMS des Herstellers, was bestätigt, dass die PMS nicht isoliert betrieben, sondern in bestehende Prozesse eingebettet werden sollte:

  • Risikomanagement: PMS-Daten müssen in die Bewertung der Risikowahrscheinlichkeit und des Schweregrads einfließen

  • Klinische/Leistungsbewertung: Fortlaufende Daten müssen die klinischen Bewertungen oder Leistungsbewertungen aktualisieren

  • Design & Kennzeichnung: Erkenntnisse aus der PMS sollten bei Bedarf in Designverbesserungen und Aktualisierungen der Gebrauchsanweisung einfließen.

Diese enge Verknüpfung stellt sicher, dass die PMS proaktive Verbesserungen statt verzögerter Korrekturmaßnahmen vorantreibt.

Warum sich Hersteller darum kümmern sollten

MDCG 2025-10 ist eine wichtige Referenz für Hersteller, die ihre Post-Market-Verpflichtungen gemäß MDR/IVDR umfassend erfüllen möchten. Es:

  • erläutert die Artikel 83 (MDR) und 78 (IVDR) zur Auslegung der PMS-Anforderungen

  • fördert eine proaktive Datenerfassung, die über reine Reklamationsprotokolle hinausgeht

  • reduziert das regulatorische Risiko durch eine stärkere, lebenszyklusorientierte Überwachung

Eine frühzeitige Anpassung der PMS-Prozesse kann die Sicherheit erhöhen, Nichtkonformitätsbefunde reduzieren und reibungslosere Audits und behördliche Überprüfungen unterstützen.

Sofortige Compliance-Maßnahmen

Hersteller und QMS-Verantwortliche sollten:

  • aktuelle PMS-Systeme anhand der Erwartungen der MDCG 2025-10 überprüfen

  • PMS-Pläne aktualisieren, um proaktive Datenquellen einzubeziehen

  • die Verknüpfung zwischen PMS, Risikomanagement und klinischer/Leistungsbewertung sicherstellen

  • Schwellenwerte und Entscheidungskriterien für Risikoänderungen dokumentieren

Diese Maßnahmen tragen dazu bei, Unternehmen an den Durchsetzungserwartungen der EU und regulatorischen Best Practices auszurichten.

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